Mikrokaltumformen in der Bremer Innenstadt

Am Wochenende vom 23. auf den 24. September 2017 war der Sonderforschungsbereich (SFB) 747 mit einer Pagode auf der Wissenschaftsmeile bei der Maritimen Woche vertreten.

Verschiedene Akteure der Bremer Wissenschaftslandschaft nutzten die Möglichkeit und präsentierten Ihre Forschung zentral an der Schlachte – links und rechts von der Bürgermeister-Smidt-Brücke. Diese exzellente Lage in Kombination mit spannenden Forschungspräsentationen und zumeist sehr gutem Wetter führte viele Besucher zur Wissenschaftsmeile. Anhand von Mikrobauteilen, Werkzeugen, Materialien sowie begleitendem Informationsmaterialien haben die Wissenschaftler des SFB 747 das Mikrokaltumformen erläutert und den Passanten einen Einblick ihren Arbeitsalltag gegeben. „Großartig sind die Bauteile klein“, sagte einer der Besucher mit Blick auf einen Mikronapf mit einem Durchmesser von 0,9 mm. Aber auch die rundgekneteten Drähte und laserthermisch angehäufte Zwischenformen trafen auf großes Interesse. Viele junge und auch nicht mehr ganz so junge Besucher haben sich aber auch ganz praktisch mit dem Mikrokaltumformen auseinandergesetzt und kleine metallische Figuren gebaut und diese anschließend mittels Stopp-Trick-Technik zum Leben erweckt. Sehr viele Besucher, ein reges Interesse an unseren Themen und eine freundliche Stimmung haben unseren Stand zu einem vollen Erfolg gemacht! Außerdem wurde unsere Präsentation durch Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie erforscht.

 

Die Wissenschaftskommunikation des SFB 747 als Forschungsgegenstand

PowerPoint, Roll-Ups, Poster und Erläuterungen sind gängige Methoden zur Präsentation von wissenschaftlichen Themen. Daneben werden aber ständig neue Methoden entwickelt. Der SFB 747 präsentiert seine Mikrobauteile und andere Exponate seit Anfang letzten Jahres in eine Vitrine mit integriertem Touchscreen, auf dem die Exponate gestellt sind. Präsentation und Exponate befinden sich so an der gleichen Stelle. Diesen Ansatz fanden die Wissenschaftler des Projekts „Science In Presentations“ (SIP) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) interessant und untersuchten unsere Präsentationsmethoden im Rahmen unseres Auftritts auf der Wissenschaftsmeile. Hierfür nutzten die Wissenschaftler klassische Fragebögen aber auch Blickaufzeichnungsbrillen, mit denen die Aufmerksamkeit der Besucher während des Vortrags an der Vitrine untersucht wurde. Wir freuen uns sehr über das Interesse und sind gespannt auf die Ergebnisse. Weitere Informationen zu dem Karlsruher Projekt finden sie an dieser Stelle.

    

Informationen zum Sonderforschungsbereich 747

Der Sonderforschungsbereich 747 „Mikrokaltumformen“ (SFB 747) stellt Prozesse und Methoden für die umformtechnische Herstellung metallischer Mikrokomponenten bereit. Der Fokus liegt auf großen Losgrößen über 1 Mio. Stück. Hierbei werden von der Werkstoffentwicklung über die Umformwerkzeuge, über die Bauteilprüfung bis hin zur Prozessgestaltung alle für den Umformprozess wesentlichen Aspekte einbezogen. Mit dem so erarbeiteten Wissen um die Mechanismen und Zusammenhänge wird eine zielgerichtete Prozessauslegung und -verknüpfung für die prozesssichere umformtechnische Fertigung von metallischen Bauteilen mit einer Größe unter 1 mm ermöglicht. Rund 50 Wissenschaftler/-innen aus den Disziplinen Produktionstechnik, Physik, Materialwissenschaften, Elektrotechnik, Mathematik und Informatik stellen sich der Herausforderung. Der SFB 747 wird von einem Industriearbeitskreis begleitet.

Sprecher des Sonderforschungsbereichs 747 „Mikrokaltumformen“ der Universität Bremen ist Herr Prof. Dr.-Ing. Frank Vollertsen, Vize-Sprecher ist Herr Prof. Dr. rer. nat. Peter Maaß.