Frauenförderung

Wir Frauen am BIAS
Von der "Pionierin der Moderne" zur "Pionierin der Zukunft"
"Pionierin der Moderne" – so lautete im Sommer 2010 der Titel einer Ausstellung über die berühmte Malerin Paula Modersohn-Becker in den Kunstsammlungen der Böttcherstraße in Bremen. Hundert Jahre liegen zwischen ihrem Leben und dem von Frauen heute, aber die inneren und äußeren Konflikte und Spannungen, die sie und andere Frauen ihrer Zeit zu bewältigen hatten, wenn sie sich in Beruf bzw. Berufung und Privatleben gleichermaßen verwirklichen wollten, haben trotz aller fortschrittlichen Entwicklung nicht an Aktualität verloren. Paula Modersohn-Becker hat sich nie in ihrem künstlerischen Weg beirren lassen, und sie hat sich auch nie in ihrer Rolle als Frau und Mutter beirren lassen. Insofern war sie in doppelter Hinsicht eine Pionierin.
Von der "Pionierin der Moderne" zur "Pionierin der Zukunft"
Die Türen zur Chancengleichheit auf allen Ebenen sind heute in
unserem Land weiter geöffnet als jemals zuvor. Das Hindurchgehen ist
eine Frage der Zielstrebigkeit und teilweise auch der Unterstützung,
die Frauen erfahren. Besonders in der natur- und
ingenieurwissenschaftlichen Forschung und damit zukunftsorientierten
Technologien sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Für die
Forschung bedeutet das den Verlust wichtiger Potentiale und für Frauen
den Verzicht auf Mitgestaltung von Zukunft, auf Mitbestimmung und
Teilhabe an Schlüsselfeldern. Wir brauchen "Pionierinnen der Zukunft":
Frauen in der Wissenschaft und Forschung ohne Scheu vor Gestaltungs-
und Führungsanspruch. Gleichzeitig müssen Rahmenbedingungen verbessert
oder geschaffen werden, dem natürlichen Wunsch nach Kindern und Familie
nachzukommen.
Das BIAS setzt sich für diesen Wandel auf allen Hierarchieebenen im
Institut ein. Dazu entwickeln Geschäftsführung und Frauenbeauftragte
Konzepte und Maßnahmen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im BIAS wurde daher erstmals ein
Frauenförderplan auf der Grundlage der "Regelungen zur Gleichstellung
von Frau und Mann in den Forschungseinrichtungen des Vereins zur
Förderung der wissenschaftlichen Forschung in der Freien Hansestadt
Bremen e. V. (VFwF e.V.)" für den Zeitraum 2010 – 2014 erstellt.
Das BIAS unterstützt Frauen bei ihrer Qualifizierung und ihrem beruflichen Aufstieg
Mit der internationalen Ausrichtung des BIAS sowie seiner engen Anbindung an die Universität Bremen und weitere kooperierende Universitäten verfügt das Institut über vielfältige Möglichkeiten, Wissenschaftlerinnen bei der individuellen Karriereplanung zu beraten und aktiv zu fördern. Für die Mitarbeiterinnen des nichtwissenschaftlichen Bereiches bestehen Aufstiegschancen durch den Erwerb von Zusatzqualifikationen. Das BIAS motiviert geeignete Frauen aus beiden Bereichen zur Übernahme von Führungsaufgaben und unterstützt sie bei der Vorbereitung darauf. Damit will das Institut Frauen ermutigen, auch und gerade im naturwissenschaftlich-technologischen Bereich ihre Chancen zu ergreifen.
Das BIAS unterstützt Frauen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Mit dem Frauenförderplan verpflichtet sich das BIAS, auf allen Positionen die Vereinbarkeit von Berufsausübung und familiären Verpflichtungen zu unterstützen. Als wesentliches Instrument zur Umsetzung dient die individuelle Arbeitsplatzgestaltung, die vorsieht, dass Vollzeitarbeitsplätze auch in Teilzeit wahrgenommen werden können. Hiermit soll dem Wunsch nach mehr Zeit für die Familie im Sinne einer "Work-Life-Balance" entsprochen werden. Im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen wird sich das Institut an den Kosten für Betreuungsplätze für Kinder ab einem halben Jahr beteiligen. Der Wiedereinstieg von Müttern und Vätern nach einer Kinderbetreuungspause soll dabei unterstützt werden.